Digitale Modelle schaffen neue Verbindungen zwischen virtuellen und realen Welten im Anlagenbau (22.12.2010)
Erst kürzlich wurde bei V-Research ein zweijähriges F&E-Projekt mit der Firma Schelling Anlagenbau GmbH erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen ist Spezialist in der Plattenaufteiltechnologie und produziert Plattenaufteilsägen und -anlagen für Holz-Werkstoffe sowie Präzisionssägen für Kunststoffe, Leiterplatten und NE-Metall-Werkstoffe.
Im Gegensatz zum Produktions- und Systemgeschäft weist das Anlagengeschäft in der Vermarktung von Anlagen einen hohen Spezifikationsgrad des Leistungsangebots auf. Zusätzlich ist ein großes Know-How-Gefälle zwischen Anbieter und Nachfrager zu erkennen. Aus diesem Grund stellt der Verkauf von industriellen Anlagen einen aufwendigen, komplexen Interaktionsprozess dar, in dem der Anbieter gefordert ist, das kundenseitige Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit aufzubauen. Um zukünftig die Akquisitions- und Projektierungsphase effizienter gestalten zu können, verfolgt Schelling in dem Projekt mit V-Research das Ziel, die Aussagefähigkeit zur Leistung von Anlagen exakt zu berechnen und dem Kunden seine individuelle Anlage visuell zu veranschaulichen. Als Projektergebnis wurde ein Akquisitions- und Projektierungsinstrument für Plattenaufteilanlagen entwickelt, mit dessen Hilfe nun valide Taktzeiten ermittelt werden können.
Die von V-Research konzipierte und realisierte Software-Plattform basiert auf einem Baukastensystem von Anlagenmodulen. Damit hat Schelling nun die Möglichkeit, reale oder geplante Anlagen zu modellieren, zu parametrieren und zu simulieren. „Der Clou an dieser Technologie, die wir in der Software implementiert haben, liegt darin, dass die physische Anlage im Modell durch Anbindung an die tatsächliche Steuerungssoftware emuliert wird“, erklärt V-Research Projektleiter DI Robert Schöch. In der Software werden dann die Materialflussbewegungen von der realen Steuerungssoftware in ein Simulationsmodell übertragen, wo die Abläufe simuliert und animiert werden.
„Die von V-Research erarbeitete Akquisitions- und Projektierungsplattform stellt für uns einen Paradigmenwechsel im Verkauf dar, da wir mit den speziellen Ergebnisauswertungen aus der Simulation unseren Kunden anstelle von statischen nun dynamische Taktzeitberechnungen visualisieren können. „Damit haben wir aus dem Projekt ein deutliches Differenzierungspotenzial zu unseren Mitbewerbern erreicht“, ist sich Alexander Walch, Leiter der Entwicklung Software bei Schelling, sicher. „Neben der Value Proposition für den Verkauf bietet die Softwareplattform den zusätzlichen Nutzen, dass Steuerungsabläufe der Anlagen bereits vor deren Realisierung geprüft und gegebenenfalls optimiert werden können“, ergänzt der Leiter Projektierung, Mario Höll, den Nutzen für Schelling aus diesem gemeinsamen F&E-Projekt mit V-Research.
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