
Congress Centrum Alpbach/Tirol
Technologie als Chance – Verantwortung für die Zukunft
Alljährlich findet im August im Tiroler Alpbach das „Europäische Forum Alpbach“ statt. Mehr als tausend WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen und Führungskräfte treffen sich in dem idyllischen Bergdorf auf 1000 Meter Seehöhe, um sich über aktuelle Fragen der Zeit und die neusten Innovationen auszutauschen. Die Veranstaltung wurde 1945 ins Leben gerufen, um aus den damaligen Trümmern der heimischen Forschung ein neues, internationales Wissenschaftsnetzwerk aufzubauen. Im Rahmen des Forums finden auch die Technologiegespräche statt, die größte Plattform der forschungs- und technologiepolitischen Diskussion in Österreich. Durch die internationale Ausrichtung sind sie ein Radar für neuste Trends und setzen Maßstäbe für technologische Entwicklungen.
Zusammen mit den Geschäftsführern vom Österreichischen Kompetenzzentrum für Tribologie (AC2T), Prof. Dr. Franek und Dr. Pauschitz, besuchte V-Research Geschäftsführer Dr. Surberg dieses hochkarätige Symposium, um gegenseitig die bestehenden Unternehmenskontakte kennenzulernen und sich zu den aktuellen Entwicklungen in der Technologieszene auszutauschen.
Im Arbeitskreis „Die Zukunft der High-Tech Produktion in Europa“ berichteten hochrangige Industrievertreter wie
• Reinhard Ploss, Mitglied des Vorstands der Infineon Technologies AG, München
• Andreas Gerstenmayer, Vorstandsvorsitzender der AT&S AG, Leoben
• Günther Apfalter, President & Member of the Supervisory Board der Magna Europe & Magna Steyr,
Oberwaltersdorf
• Klaus Fronius, Geschäftsführer und Eigentümer der Fronius International GmbH, Pettenbach
aus ihren Erfahrungen und gaben tiefe Einblicke in die operativen Maßnahmen und Strategien zur Sicherung der europäischen Produktionsstandorte.
Resümee dieses Arbeitskreises war die Einsicht, dass Mitarbeitermotivation und Improvisationsverständnis eine europäische kulturell verankerte Errungenschaft in der Produktion ist, die nicht so schnell von asiatischen Unternehmen kopiert werden kann. Starre, klar geregelte Produktionsprozesse sind unschlagbare Systeme für die Massenproduktion. Der Vorteil der Europäer liegt in der Geringmengenproduktion.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Kommunikationsfähigkeit des Managements mit den Mitarbeitern, welche in den asiatischen, stark hirarchisch-befehlenden Strukturen, nicht gegeben ist.
Als ein weiterer wichtiger Baustein für den Fortbestand der europäischen High-Tech Produktion wurde die enge Verbindung zwischen Netzwerkstrukturen und Innovation gesehen. Innovation entsteht an den Grenzflächen des Wissens und damit immer dann besonders effizient, wenn sich stabile Netzwerke etablieren können. Die hohe Fluktuation in beispielsweise chinesischen Unternehmen wirkt diesem Informationsaustausch entgegen. Die gut ausgebildeten und stabilen europäischen Netzwerkstrukturen tragen somit signifikant zur Marktsicherung bei.
Last but not least bietet die Automatisierungstechnik immer dann in solchen Produktionsbereichen einen Wettbewerbsvorteil für europäische High-Tech Unternehmen, in denen ein Produkt durch das Eingreifen des Menschen nur noch schlechter werden kann. In einem solchen Fall fällt der Lohnkostenvorteil weg, da auch die Unternehmen in Billiglohnländern in eine Automatisierungslösung zur Herstellung ihrer Produkte investieren müssen, um die Qualitätsanforderungen am Markt erfüllen zu können.
Eine große Gefahr für die europäische High-Tech Industrie sichtet Gerstenmayer in der sich abzeichnenden Entwicklung, dass sich die Wertschöpfungsstrukturen verändern. So wird sich beispielsweise für das Segment Automotive vermutlich die lokale Produktionskapazität den lokalen Verkaufszahlen anpassen, d.h., dass sich der Export aus den Triade-Staaten (EU/USA/Japan) in die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) verlagern wird. Deshalb kann auch davon ausgegangen werden, dass gemäß dem Leitsatz „Production follows cost - Technology follows production - Know how follows technology“ auch die Produktion und die Technologieentwicklung sich langfristig aus Europa zurückziehen wird.
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