AICE-LAB: KI-Forschung für Tribologie in kalten Umgebungen

Die Austrian Cooperative Research (ACR) fördert jedes Jahr mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) innovative Forschungsprojekte, die speziell auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) ausgerichtet sind. Die ACR-Institute fungieren dabei als ausgelagerte Entwicklungsabteilungen der Wirtschaft und begleiten Unternehmen von der ersten Idee bis zur Marktreife neuer Produkte und Technologien.

V-Research ist mit dem Projekt AICE-LAB Teil der ACR-KMU-Projekte 2026
Im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs konnten sich sieben Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von rund zwei Millionen Euro durchsetzen. Beim offiziellen Kick-off-Event am 16. Juni 2026 im Haus der Forschung in Wien wurden die ausgewählten Vorhaben vorgestellt. Alle Projekte zeichnen sich durch ihre starke Interdisziplinarität aus und werden von Konsortien aus mehreren ACR-Instituten umgesetzt.

AICE-LAB: Neues ACR-Forschungsprojekt bringt KI in die Schnee- und Eistribologie
Zu den geförderten Projekten zählt auch AICE-LAB (AI-supported Cold Environment Tribology Laboratory), das unter der Leitung von V-Research gemeinsam mit dem OFI (Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik) und dem ÖGI (Österreichisches Gießerei-Institut) durchgeführt wird. AICE-LAB-Projektleiter ist Dr. Igor Velkavrh.

Tribologie in kalten Umgebungen neu gedacht
Reibung, Verschleiß und Materialverhalten in Schnee- und Eisumgebungen spielen für zahlreiche Anwendungen eine wichtige Rolle – vom Wintersport über den Verkehr bis hin zu technischen Komponenten, die extremen Temperaturen ausgesetzt sind. Gleichzeitig zählt die sogenannte Schnee- und Eistribologie zu den anspruchsvollsten Bereichen der Reibungsforschung. Bisher basieren Untersuchungen häufig auf aufwendigen Feldtests oder großdimensionierten Versuchsaufbauten. Genau hier setzt AICE-LAB an: Innerhalb einer Laufzeit von 24 Monaten entwickelt das Projekt eine kosteneffiziente, KI-gestützte Labormethode, mit der Reibungs- und Verschleißprozesse unter kontrollierten Sub-Zero-Bedingungen untersucht werden können.Ziel ist eine modulare, labormaßstäbliche Testmethodik, die reproduzierbare Ergebnisse liefert und Unternehmen eine verlässliche Material- und Produktentwicklung für kalte Einsatzbedingungen ermöglicht.

Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie
Ein besonderer Innovationsaspekt des Projekts liegt in der Verbindung klassischer Tribologie mit modernen Methoden der Künstlichen Intelligenz. Im Rahmen von AICE-LAB werden Temperatur, Eis- und Schneeschichten sowie Kontaktbedingungen gezielt kontrolliert und analysiert. Automatisierte Auswertungstools erfassen die Reibungsdaten und nutzen Verfahren des maschinellen Lernens, um Zusammenhänge zwischen Materialeigenschaften, Oberflächenstrukturen und Reibungsverhalten zu identifizieren.
Darüber hinaus werden Übertragungsmodelle entwickelt, die die Ergebnisse von Laborversuchen auf reale Anwendungen übertragen. Dadurch entsteht eine wichtige Brücke zwischen experimenteller Forschung und industrieller Praxis.

„Die ACR-Institute sind ein wichtiger Partner, weil sie Forschung genau dorthin bringen,
wo sie gebraucht wird: in die Betriebe.“
Staatssekretärin Mag. Elisabeth Zehetner


Interdisziplinäre Zusammenarbeit für nachhaltige Innovationen
Die Kompetenzen der drei Projektpartner ergänzen sich ideal:

– V-Research
bringt seine Expertise in den Bereichen Tribologie und KI-Methodik ein.
OFI
(Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik) entwickelt nachhaltige Polymermaterialien für Anwendungen in kalten Umgebungen.
ÖGI
(Österreichisches Gießerei-Institut) konzentriert sich auf metallische Werkstoffe und innovative Beschichtungslösungen.

Zusätzlich wird die Riga Technical University (RTU), mit der V-Research seit vielen Jahren eng zusammenarbeitet, als externer Partner im Rahmen einer Case Study eingebunden.

Konkreter Mehrwert für KMU
Von den Projektergebnissen profitieren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. AICE-LAB schafft:

leistbare und reproduzierbare Prüfmöglichkeiten als Alternative zu kostenintensiven Großversuchen,
– fundierte Entscheidungsgrundlagen
bereits in frühen Entwicklungsphasen durch validierte Materialkennwerte und Korrelationsmodelle sowie
– Leitfäden für nachhaltige Materialalternativen
, etwa zur Substitution von PFAS- oder Chrom-VI-basierten Werkstoffen in Anwendungen unter kalten Bedingungen.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden über die ACR-Strukturen offen zugänglich gemacht und in Form neuer Dienstleistungen sowie weiterführender Forschungsprojekte langfristig nutzbar gemacht.

Forschung dort, wo sie gebraucht wird
ACR-Präsidentin Iris Filzwieser betont die besondere Rolle der anwendungsorientierten Forschung: „Die Arbeit der ACR-Institute zielt stets darauf ab, konkrete Herausforderungen aus der Wirtschaft nachhaltig zu lösen. Diese Anwendungsorientierung ist für Unternehmen von unschätzbarem Wert.“

Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner unterstreichen die Bedeutung der ACR-Institute für den Innovationsstandort Österreich: „Die ACR-Institute sind ein wichtiger Partner, weil sie Forschung genau dorthin bringen, wo sie gebraucht wird: in die Betriebe.“

Mit AICE-LAB stärkt V-Research seine Aktivitäten im Bereich der Tribologie in kalten Umgebungen weiter und baut seine wissenschaftliche Sichtbarkeit in diesem zukunftsweisenden Forschungsfeld nachhaltig aus. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung innovativer, nachhaltiger und praxisnaher Lösungen für österreichische Unternehmen.

👉 Mehr erfahren: https://www.acr.ac.at/news/acr-startet-sieben-neue-forschungsprojekte-2/

Bildcredits: Johannes Brunnbauer, ACR

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