EFRE-Projekt macht Photonik für Unternehmen zugänglich

Vorarlberg setzt ein starkes Zeichen für Forschung, Innovation und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts: Im Rahmen des EU-Förderprogramms IBW/EFRE wurden vier neue Transferzentren mit einem Gesamtvolumen von rund fünf Millionen Euro für drei Jahre genehmigt. Ziel ist es, den Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung und Wirtschaft zu stärken und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen einen niederschwelligen Zugang zu komplexen, zukunftsweisenden Technologien zu erleichtern.

Transferzentrum „Photonics for Industry“ stärkt Innovation und Technologietransfer
Eines dieser Zentren ist das Transferzentrum „Photonics for Industry“ am Campus V in Dornbirn. Es bündelt die bestehenden Photonik-Kompetenzen des Forschungszentrums Mikrotechnik der FHV und der V-Research GmbH und entwickelt sich zur zentralen Anlaufstelle für angewandte Forschung und Entwicklung im Bereich Photonik in Vorarlberg. Das Transferzentrum für angewandte Photonik erleichtert den Zugang zu dieser Schlüsseltechnologie – insbesondere für Industrie und KMU.
Transferzentren verbinden Wissenschaft, Wirtschaft und öffentliche Förderung, um Österreichs technologische Zukunft nachhaltig zu gestalten. Sie liefern Unternehmen neues Wissen für die Entwicklung innovativer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen und schaffen Zugang zu modernster Infrastruktur, Expertise und Innovationsnetzwerken – ein Gewinn für Unternehmen, Fachkräfte und die Region.

„Viele kleine und mittlere Unternehmen sehen das Potenzial der Photonik, verfügen jedoch nicht über die Ressourcen, komplexe Technologien selbst zu entwickeln. Mit dem Transferzentrum schaffen wir einen einfachen Zugang zu modernster Forschung, Infrastruktur und Expertise und machen Photonik für die industrielle Praxis nutzbar.“
Prof. (FH) Dr.-Ing. Markus Preißinger, CEO V-Research GmbH

Photonik: Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts
Photonik beschäftigt sich mit der Erzeugung, Steuerung und Nutzung von Licht. Die Technologie steckt bereits heute in zahlreichen Anwendungen unseres Alltags, etwa in Glasfasernetzen für schnelles Internet, Displays, LED-Beleuchtung, medizinischen Diagnoseverfahren oder modernen Sensorsystemen.

Mit dem Transferzentrum „Photonics for Industry“ sollen neue photonische Lösungen für die Bereiche

• Quantentechnologie
• Life Sciences
• Umweltsensorik
• Telekommunikation


entwickelt und aktuelle Forschungsergebnisse schnell und effizient in industrielle Anwendungen überführt werden. Dadurch erhalten Unternehmen Zugang zu modernster Forschung, Infrastruktur und Fachwissen, ohne selbst umfangreiche Entwicklungsressourcen aufbauen zu müssen.

Ein Photonik-Baukasten nach dem Lego-Prinzip
Ein zentrales Element des Projekts ist die Entwicklung eines modularen Photonik-Baukastens.
Das Prinzip lässt sich einfach mit Lego vergleichen: Statt jede komplexe Technologie von Grund auf neu entwickeln zu müssen, stehen künftig standardisierte photonische Bausteine zur Verfügung, die je nach Anwendung flexibel kombiniert werden können. Unternehmen wählen die benötigten Komponenten aus und setzen diese zu maßgeschneiderten Lösungen zusammen. Der besondere Vorteil: Die komplexe Physik steckt bereits in den einzelnen Bausteinen.
Anwenderinnen und Anwender müssen die zugrunde liegenden physikalischen Prozesse nicht selbst verstehen oder entwickeln. So wird der Zugang zu hochspezialisierter Photonik deutlich einfacher und auch für KMU attraktiv.
Ähnlich wie Hersteller heute Bluetooth-Chips in ihre Produkte integrieren können, ohne die dahinterliegende Technologie selbst zu entwickeln, sollen Unternehmen künftig photonische Funktionen unkompliziert in ihre Anwendungen übernehmen können.

V-Research entwickelt die Technologien von morgen
V-Research bringt im Transferzentrum seine langjährige Photonik-Expertise ein. Im Fokus stehen dabei sogenannte Photonic Crystals. Diese künstlich entwickelten Materialien besitzen Eigenschaften, die in der Natur nicht vorkommen.
Sie ermöglichen die Entwicklung besonders kompakter photonischer Chips, die bei Raumtemperatur betrieben werden können und gleichzeitig mit bestehenden Fertigungsverfahren der Mikroelektronik kompatibel sind. Damit schaffen sie die Grundlage für zukünftige Anwendungen in der Quantentechnologie, Sensorik oder Kommunikationstechnik.

Erfolgreicher Projektstart
Das Projekt befindet sich aktuell in der Aufbau- und Entwicklungsphase. In den ersten Monaten wurden bereits wichtige Meilensteine erreicht:

• Aufbau der organisatorischen und technischen Strukturen des Transferzentrums
• Analyse und Bewertung geeigneter Materialien für photonische Kristalle
• Auswahl von Silizium als zentrale Technologieplattform
• Erste Vernetzung mit Unternehmen und relevanten Akteuren
• Positionierung des Transferzentrums als offene Plattform für angewandte Photonik

Ein weiterer Erfolg: Erste Forschungsergebnisse konnten bereits auf der internationalen Fachkonferenz APCOM 2026 sowie der IEEE ICTON 2026 präsentiert werden.
In den nächsten Projektphasen liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung konkreter Photonik-Bausteine, Demonstratoren und industrieller Anwendungen. Schritt für Schritt entsteht damit ein modulares Baukastensystem, das Unternehmen künftig einen einfachen Zugang zu einer der wichtigsten Schlüsseltechnologien der Zukunft ermöglichen soll.

Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft
Das Transferzentrum „Photonics for Industry“ steht beispielhaft für das Ziel des EFRE-Programms: Forschungsergebnisse schneller in die Praxis zu bringen, Innovationen zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der Region nachhaltig zu stärken.
Durch die enge Zusammenarbeit von FH Vorarlberg, V-Research und Unternehmen entsteht eine leistungsfähige Transferplattform, die den Wirtschaftsstandort Vorarlberg stärkt und gleichzeitig die Sichtbarkeit der Region in der europäischen Photonik-Forschungslandschaft erhöht.

Das Projekt ist eine Initiative von FH Vorarlberg und V-Research GmbH. Es wird durch das Programm IBW/EFRE & JTF Österreich 2021-2027 der Europäischen Union und durch das Land Vorarlberg finanziert.

👉 Nähere Informationen zum Programm IBW/EFRE- & JTF finden Sie auf www.efre.gv.at sowie auf www.v-research.at und www.fhv.at.

👉 Mehr über das EFRE-Projekt und Transferzentrum „Photonics for Industry“ erfahren Sie hier: www.v-research.at/efre-projekt

Bildcredits: www.efre.gv.at, © Europäische Union
© Adobe Stock Photos

1 2 3 4 5 7 8 9 10
Nach oben scrollen